vietnamesisches Curry mit Tofu
Curry in der vietnamesischen Küche verbinde ich immer mit Hähnchen und Karotten, in einer sattgelben eher wässrigen Soße. Die vegane Variante habe ich erst jetzt kennengelernt, als ich mich tiefer in die vietnamesische Kochkultur eingearbeitet habe. Wichtig ist die Verwendung von einer vietnamesischen Currymischung wie z.B. „Bột Càry“ von der Marke Vianco Premium. Die gibt es im Asiamarkt oder online bei vielen Händlern.
Ich denke Cà Ri chay ist ein sehr bodenständiges Rezept mit einfachen Zutaten. Aber wenn ich etwas für den Blog koche, möchte ich es gerne ein bisschen fancy machen. Die spezielleren Zutaten habe ich alle im Asiamarkt bekommen bzw. die Mini Kräuterseitlinge gab es bei Edeka. Nur die Taro Wurzel würde ich nicht weglassen, weil sie wie Karotte, Kartoffel und Süßkartoffel charismatisch für Cà Ri chay ist. Das Rezept ist ansonsten sehr flexibel, man kann normale Champignons verwenden oder anstatt der Okraschoten einfach grüne Bohnen nehmen. Auch die Mengenangaben sind eine grobe Orientierung, das Rezept ist nicht „kaputt“ wenn man von einem Gemüse 50g zu viel oder zu wenig hat ;-). Vietnamesische Küche ist oftmals eine Augenmaß und „nach Gefühl“ Angelegenheit.
Das Rezept reicht für 4 Portionen.
Zutaten:
Soße
100ml Wasser
100g Süßkartoffel, gewürfelt
50g Karotten, gewürfelt
2 Stangen Frühlingszwiebel, den weißen Anteil
1 EL Speiseöl, neutral
+
500ml Wasser
400ml Kokosmilch
2 Stangen Zitronengras
1 Schalotte, gewürfelt
2 Zehe Knoblauch, grob gehackt
3 EL Speiseöl, neutral
2-3 EL vietnamesisches Currypulver
1-2 EL Palmzucker (alternativ: brauner Zucker)
1 EL Fischsoße, bei Bedarf vegan
1 TL Hat Nem Chay
½ TL Salz
Einlage
150-200g Tofu, in Würfel geschnitten
150g Karotten
150g Süßkartoffeln
150g Taro, TK oder frisch
150g Mini Kräuterseitlinge
150g Kartoffeln
100g Okraschoten
Garnitur
Thaibasilikum
Limette
Chili
Zubereitung:
Für die Soße wird quasi eine „Vors0ße“ gekocht, die macht das Curry geschmackvoller und sämiger. Sollte man keine Zeit haben, kann man diesen Schritt auch weglassen und das Curry stattdessen mit 100ml Wasser und 2 Esslöffel Speisestärke abbinden.
Für die Vorsoße als den weißen Anteil der Frühlingszwiebel in einem kleinen Topf mit Öl anschwitzen. Die klein geschnittenen Karotten und Süßkartoffeln hinzufügen und für 2 bis 3 Minuten braten, danach mit 100ml Wasser ablöschen und für 5 Minuten köcheln lassen. Mit dem Pürierstab zu einer glatten Masse verarbeiten.
Das ganze Gemüse für die Einlage putzen, schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit einem Mörser oder Schnitzelklopfer auf den unteren Teil vom Zitronengras hämmern, das setzt die Aromen frei. Nun in einem großen Topf (bei mir Gusseisen) großzügig Öl hinzufügen, darin Schalotten, Knoblauch und Zitronengras für eine Minute anrösten, anschließend das Currypulver hinzufügen und für eine weitere Minute anrösten. Danach das Gemüse für die Einlage hinzufügen; die Pilze und Okraschoten aufgrund von kürzerer Garzeit erst später hinzufügen. Mit der Vorsoße, Wasser und Kokosmilch ablöschen und die genannten Gewürze hinzufügen. Das Curry für 8-10 Minuten leicht köcheln lassen. Zuletzt Tofu, Pilze und Okraschoten hinzufügen und für weitere 5-6 Minuten köcheln lassen.
Bei Bedarf noch einmal mit Gewürzen abschmecken, ich esse das Curry sehr gerne mit ganz viel Thaibasilikum; aber man kann auch Koriander nehmen.
Das Curry kann mit Reis, Reisnudeln (Bún) oder Baguette servieren werden.
Tipp: Bitte verwende niemals den ungekühlten Tofu aus der Drogerie, dieser hat sowohl vom Geschmack als auch von der Konsistenz nichts mit dem Original zu tun. Die Rezepte gelingen damit nicht. Bevorzugt wird ein Tofu aus dem Asia Markt, ansonsten haben Aldi oder Lidl mittlerweile auch gute Alternativen (natur/geräuchert) im Kühlregal.
Disclaimer: Ich ernähre mich pescetarisch, daher verwende ich herkömmliche Fisch- und Austernsoße. Beides gibt es im Asiamarkt auch als vegane Version zu kaufen.

