How to survive a bachelor thesis

Für viele hat in den vergangenen Tage ein neues Semester begonnen. Bei mir ist es nun schon ein Semester her, seitdem ich meinen Abschluss in der Tasche habe und mich ins Berufsleben gestürzt habe. Ich hatte einmal hier kurz erzählt, dass ich meine Bachelorarbeit mit 1,0 bestanden habe :-). Heute möchte ich euch meine Tipps verraten, wie ihr diese Zeit gut übersteht und gute Bedingungen schafft eine gutes Ergebnis zu erzielen! Ich blicke auf eine Zeit zurück, bei der ich sagen würde, dass ich das große Glück hatte, täglich sehr motiviert zu sein. Ich spürte Stolz, dass ich diesen Lebensabschnitt abschließen werde und unedliche Freude darauf, meinen Traumberuf ausüben zu können. Diese Faktoren haben es mir zusätzlich leicht gemacht.

Die Themenfindung und Vorbereitung
Wer frühzeitig damit anfängt, hat schon so gut wie gewonnen. Während des Studiums ist es mir öfter schwer gefallen für Hausarbeiten ein Thema zu finden bzw. einen sinnvollen Titel zu wählen. Bei meiner Abschlussarbeit hatte ich zum Glück schon ein grobes Thema, worüber ich schreiben wollte. Ich denke, es ist (natürlich abhängig vom Studiengang) generell einfacher über etwas Aktuelles zu schreiben, bei mir war es die Auflösung des tradionellen Familienbildes. Ansonsten helfen Mindmaps mit Stichpunkten, die euch interessieren. Auch hilfreich ist ein Gang durch die Bibliothek, lest einfach ein bisschen quer und lasst euch inspirieren. Informiert euch rechtzeitig über formale Voraussetzungen der Arbeit, diese variieren von Hochschule zu Hochschule, teils weichen aber auch die Standards von den Professoren innerhalb einer Hochschule voneinander ab. Das spart euch im späteren Prozess viel Zeit, wenn ihr die Rahmenbedingungen immer auf dem Schirm habt. Tauscht euch mit anderen oder ehemaligen Bachloranden aus, im Dialog kommt man oft an wertvolle Erfahrungsberichte.

Der richtige Betreuer
Ich finde das ist durchaus ein sehr wichtiger Faktor, denn der Betreuer ist im Idealfall ein Anker während dieser Zeit. Sucht euch einen Professor/Dozenten, der genauso für euer Thema brennt wie ihr. Eine gegenseitige Sympathie macht die Zusammenarbeit angenehmer. Wenn man sich wohlfühlt, hat man weniger Hemmungen Fragen und Problematiken anzusprechen. Auch an dieser Stelle hatte ich großes Glück, den „richtigen“ gefunden zu haben. Der mich gut unterstützt und mir gute Impulse gegeben hat. Ich habe gerne mit ihm gequatscht und bin immer mit einem guten Gefühl aus dem Beratungstermin gegangen.

Das Zeitmanagement
Ich hatte zum Zeitpunkt des Schreibens der Arbeit nur noch eine Vorlesung in der Woche, damit bin ich gut hingekommen. Das muss jeder für sich rausfinden wie es am Besten ist, viele schaffen es mehrere Vorlesungen parallel zur Bachelorarbeit zu managen. Ist das allerdings nichts für euch, sollte überlegt werden ob es nicht sinnvoller ist, ein Semester dranzuhängen.

Im Nebenjob hatte ich die Möglichkeit bei gleichbleibender Vergütung kürzer zu treten, da ich in den Sommersemesterferien vorgearbeitet hatte. Das hat mir persönlich viel gebracht, da ich ganz entspannt an die Sache rangehen konnte ohne Geldsorgen zu haben. Es lohnt sich also ‚mal beim Arbeitgeber nachzufragen.

Beim Zeitfenster hatte ich meine produktivste Zeit von 10 bis 17 Uhr, für das Schreiben habe ich die Bibliothek genutzt. Dort konnte ich mich definitiv besser konzentrieren und hatte noch ein stückweit Tagesstruktur. An den Feiertagen und Sonntags konnte ich zu Hause am besten Nachts arbeiten.

Meine Bachelorarbeit hatte insgesamt 70 Seiten Reinschrift, im Schnitt habe ich pro Tag 1,5 Seiten erarbeitet. Das war für mich ein gutes Limit, bei dem ich noch dafür garantieren konnte, dass etwas qualitativ akzeptables dabei rauskommt. An diesem Wert habe ich mich dann orientiert und bin etwa zwei Wochen vor dem Abgabetermin fertig geworden. Somit hatte ich noch einen kleinen Puffer um Fehler auszubessern.

Die Korrekturleser
Ein bekannter Spruch aus der sozialen Arbeit lautet „Vier Augen sehen mehr als zwei Augen“. Und daran gibt es nichts zu zweifeln. Ich finde es extrem wichtig ist, dass mindestens eine weitere Person die Arbeit auf Rechtschreibung und Verständlichkeit überprüft. Sucht euch eine Person, der ihr vertraut und kompetent genug für diese Aufgabe haltet. In meinem Fall war es meine Fotografin N., bei der ich mir zu 100% sicher sein konnte, dass sie dieses Amt gewissenhaft erledigt und vielleicht auch ein bisschen Spaß daran hat. Natürlich darf nicht vergessen werden, die Arbeit des Korrekturlesers ausreichend zu würdigen. Bei mir gab es dann eine Einladung in das Lieblingscafé.

Das soziale Umfeld
Es gibt nichts schöneres im Leben, als von Menschen, die einem wichtig sind, bei einem Vorhaben den Rücken gestärkt zu bekommen. Kündigt den neuen Lebensabschnitt bei euren Freunden an und erklärt von der neuen Situation, die manchmal auch viel Stress und Druck birgt. Ich habe bei vielen um Verständnis gebeten, dass ich mich in der nächsten Zeit nicht adäquat um alle Belange kümmern kann. Ich habe mich im Voraus dafür entschuldigt, dass ich möglicherweise zickig oder jämmerlich werde, wenn mich jegliche Motivation verlässt.

Viele Menschen wissen nicht genau was das Schreiben einer Abschlussarbeit beinhaltet, weil es bei ihnen schon solange her ist oder weil sie keinen Studienberuf ausüben. Erklärt den Leuten daher, wie ihr vorangeht, wie ihr das Thema erforschen wollt oder welches Ziel die Arbeit verfolgen soll. Ich denke, dadurch bekommen die Menschen in eurem Umfeld ein sehr gutes Bild davon, welchen Aufwand ihr betreibt.

Sich bewusst Auszeiten gönnen
Dieser Punkt ist fast selbsterklärend und dennoch nennenswert. In der heutigen Leistungsgesellschaft neigen wir dazu, zu vergessen, uns bewusste Auszeiten zuzugestehen. Fakt ist, es bringt nichts, völlig ausgebrannt oder ermüdet etwas schreiben zu wollen. Am Ende müsst ihr sonst noch die geschriebene Passage umschreiben oder gar neu verfassen.

Geht achtsam mit euch um, Warnsignale des Körpers sollten ernst genommen werden. Findet für euch persönlich eine Methode raus, wie ihr wieder Energie tanken könnt. Ich habe mich trotz Rückzug aus dem sozialen Leben noch regelmäßig etwas mit Freunden unternommen. Es war dann vielleicht nur noch einmal die Woche anstatt drei- oder viermal. Das hat mir aber gereicht, um etwas Distanz zu gewinnen und mich wieder mit frischen Elan an die Sache zu wagen.

Das Vertrauen in euch selbst
Nun kommt ein Faktor, der sicherlich vielen Studierenden nicht leicht fällt. Es hat einen Grund, warum ihr an diesem Punkt seid, warum ihr euch bald Akademiker nennen könnt. Und es ist in Ordnung darauf stolz zu sein! Gesteht euch einfach eines ein, ihr seid gut und habt was auf dem Kasten! Und genau deshalb könnt ihr diese Aufgabe bewältigen, mit dem Ziel eure Wunschnote zu erreichen. Glaubt an euch und an eure Fähigkeiten.

Nach der Abgabe
Ich dachte immer, es wäre eine unendliche Last, die von mir abfallen würde, sobald ich die Arbeit im Studienbüro abgeben würde. Doch was ich fühlte, war einfach nur Leere. Mein kleines Baby, an dem ich über drei Monate hinweg gearbeitet habe, es war weg. Ich hatte keinen Auftrag mehr. Nicht jedem geht es nach der Abgabe so, aber macht euch darauf gefasst, dass dieses Gefühl eintreten könnte. Es dauert dann halt ein paar Tage bis sich alles wieder eingependelt hat.

Bitte vergesst an dieser Stelle später nicht, dass mit der Beendigung des Studiums (Tag der Exmatrikulation) auch eure Familienversicherung bzw. studentische Krankenversicherung erlischt ;-).

Ich wünsche allen, die in diesem Semester ihre Bachelorarbeit ablegen, ganze viel Kraft und gutes Gelingen.

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4 Kommentare

  1. Auch wenn ich selbst nicht davon betroffen bin, weil ich schon ein paar Jährchen arbeite… habe ich diese Tipps gleich mal meinem Freund gegeben, der gerade daran sitzt. 🙂

    Danke dir für deinen Beitrag.

    Alles Liebe
    Selly
    von SellysSecrets || Instagram

  2. Oh erstmal herzlichen Glückwunsch zu der Wahnsinnsnote! Wow, du kannst wirklich stolz sein! 🙂
    & danke für deine lieben Worte! ♥♥

  3. Wow, die Bachelorarbeit mit 1,0 bestanden?
    Glückwunsch! Ich brauchte zum Glück sowas nie machen.
    Da ich nicht studiere und nicht studiert habe, bleib mir das erspart 😛
    Aber dennoch krasse Leistung.

    Liebe Grüße von
    der Lichtmelodie

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