Travel Diary: Strasbourg {France}

Vor einem Monat habe ich eine tolle Kurzreise nach Strasbourg gemacht :-). Es hat einfach alles so gut gepasst, das Wetter war so schön und ich hatte eine gute Zeit. Die perfekte Belohnung und auch Ausgleich zu der nervenaufreibenden Zeit des Bachelorarbeit schreibens, hihi.

Meine Freundin Y. ist  seit vergangenem Oktober dort, da sie ein Urlaubssemester als Assistenzlehrerin macht, ich bin richtig stolz auf sie :-). Dementsprechend habe ich bei ihr im Wohnheim (Amitel) übernachtet, man konnte sich eine Matratze für 7eu pro Nacht mieten. Wir sind in den vier Tagen wirklich gut miteinander ausgekommen, in Anbetracht dass wir ja weniger als 10qm hatten :-D.

Genutzt habe ich den IC Bus der deutschen Bahn, die Hin- und Rückfahrt hat mich insgesamt nur 49eu gekostet. Die Fahrt dauerte etwas länger als 5 Stunden und war jedes Mal echt sehr angenehm. Es gibt kostenloses WLAN und eine funktionierende Toilette, also fast schon wie Daheim, haha!!!

Bei meiner Ankunft sind wir auf meinem Wunsch erst einmal zum Supermarkt gegangen, da ich es so sehr liebe nach ausländischen Lebensmitteln zu stöbern. Ich habe auch einiges gekauft, mal sehen ob es hier in der Kategorie Food Discoveries landet :-). Zudem mussten wir uns sowieso fürs Frühstück eindecken, ich habe uns jeden Tag leckere Schnittchenvariationen gezaubert, die wir dann (aus Platznot) im Bett gegessen habe, das war irgendwie schön <3.

Anschließend sind wir in die Innenstadt gegangen. Übrigens haben wir in der gesamten Zeit weder Straßenbahn noch Bus genutzt. Das ist auf mehrere Gründe zurückzuführen, Straßbourg ist doch eine ziemlich übersichtliche Stadt, in der alles ohne Probleme zu Fuß erreichbar ist. Natürlich wollten wir uns auch etwas bewegen, damit die Macarons auch wohlverdient im Bäuchlein landeten. Zudem konnte ich auch alles fotografisch festhalten, was mir so ins Auge gefallen ist. Zu guter Letzt haben wir uns dadurch auch ein Haufen Geld gespart, welches wiederum in Macarons investiert werden konnte, hihi.

In der Stadt hat mir Y. natürlich den ersten Touristen Klassiker gezeigt, nämlich die Straßburger Münster (Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg). Für den Preis von 3,50eu (ermäßigt) sind wir unendlich viele Stufen nach oben gelaufen. Da es schon später Nachmittag war, war nicht mehr viel los und wir hatten freie Bahn. Die Aussicht von oben war so märchenhaft schön :-)!

Danach haben wir einen kleinen Abstecher ins Galeries Lafayette gemacht. Und ehrlich gesagt, weiß ich nicht was ich mir davon erhofft habe? Diese übertriebene-künstlich-aufgebauschte-„Oh Gott, ich habe soviel Geld und bin so wichtig„-Atmosphäre hat mir überhaupt nicht gefallen. Ja, die Schickeria ist einfach nichts für mich. Ich mag’s lieber ehrlich.

Für einen Augenblick fühlte ich mich in meinen Vietnam Urlaub zurück versetzt, dort entstanden, orientiert am westlichen Vorbild, in den letzten Jahren auch viele gingantische teils luxuriöse Shopping Malls. Während immer noch ein Großteil der Bevölkerung an massiver Armut leidet. Nennt man das Gerechtigkeit? – Ich glaube nicht.

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Wohnheim sind wir abends zur Stammkneipe „The Irish Pub“ von Y. gelaufen. In dieser Kneipe haben wir sehr günstig zu Abend gegessen, die Burger & Pommes Kombinationen kosteten alle um die 5-6eu und schmeckten richtig gut! Auf dem Burger waren richtig viele frische Salat- und Kräutersorten. Getrunken haben wir zusammen einen Blue Lagoon Cocktail, welcher in einem Maßkrug serviert wurde, hehe. In dem Pub gibt es auch wechselnde Aktionen wie Quizspiele, Public Viewing usw.

Sehr schön war auch, dass ich beim Pubbesuch die englisch/irischen Freundinnen (die ebenfalls als Assistenzlehrerinnen arbeiten) von Y. kennenlernen konnte. Zugegebenerweise war ich super aufgeregt und hatte auch etwas Angst, meine Englischkenntnisse sind seit dem Studium so dermaßen in den Keller gesunken! Dabei war ich früher eine der Klassenbesten in Englisch und beim mündlichen Fachabitur sogar die „Gruppenleiterin“. Nach einiger Zeit sind wir zum Glück alle miteinander warm geworden, sie sind sehr nett und ich liebe es neue Leute kennenzulernen, die Verständigung hat auch geklappt. Die Einladung nach Dublin habe ich mir auch schon eingesackt, hihihi.

Am Freitag ging es Mittags nachdem wir lange ausgeschlafen hatten, in einen Ramen Shop :-). Diese Noodle Bar hatte ich am Vortag beim Spazieren entdeckt und bin ausgeflippt vor Freude! Die japanische Nudelsuppe Ramen ist in Deutschland doch noch ziemlich spärlich vertreten. Das erste und letzte Mal Ramen essen war ich mit N. in München. In dem kleinen gut besuchten Laden konnte man sich erst die Grundbeilage (Fleisch, Garnelen oder Gemüse), dann die Brühe und 4 Toppings (Sprossen, Ei, Surimi, Edamane usw.) aussuchen. Preislich lagen die Suppen bei 8-12eu, die Portion war echt riesig. Uns beiden hat es sehr gut geschmeckt!

Gut gestärkt machten wir uns auf in Richtung La Petite France, naja nicht ganz. Natürlich ist eine Mahlzeit erst mit einem Nachtisch vollständig :-). Auf meinem Wunsch haben wir noch einen Schlenker zu Amorino gemacht. Diese Eisdiele/Patisserie ist gleich in der Nähe von der Straßburger Münster ;-). Dort gibt es nämlich dieses wunderschöne Eis in Rosenform (Bild weiter unten), welches ich auch schon öfters in Paris gesehen hatte. Ich habe gejubelt wie ein Kind als wir uns das gekauft haben, meine Eisrose bestand aus den Sorten Nougat, Mango, Vanille und Himbeere. Mit fast 5eu ist das ein ziemlich kostspieliger Spaß, aber das Eis war auch verdammt lecker und ich war so glücklich :-).

Das Viertel La Petite France fand ich ganz putzig, aber es unterscheidet sich im Großen und Ganzen nicht sonderlich viel vom Rest Straßburgs. Dort gibt es viele süße Restaurants und Kneipen, wir haben dann noch bei einem Flammkuchen Laden für den nächsten Tag reserviert, aber dazu später mehr. In dieser Gegend gibt es besonders viele Fachwerkhäuser & Brücken. Wir sind noch auf die Brücke Barrage Vauban gegangen, wo man etwas über Strassburg drüber blicken kann.

Anschließend sind wir schnell zurück ins Wohnheim gehechelt, denn uns stand noch das Ereignis überhaupt bevor :-D! Über Tripadvisor bin ich auf das Stadtbad Bains Municipaux aufmerksam geworden. Meine Freundin Y. stimmte dem Besuch zu, freute sich sogar, da niemand von ihren Freunden bisher dorthin wollte. Im Internet stand, dass man dort nur unbekleidet schwimmen kann. Y. hatte aber herausgefunden, dass dies nur auf das römische Becken zutrifft. Leider hatten wir irgendwie aneinander vorbei geredet und ich hatte somit keinen Bikini dabei, haha.

Glücklicherweise konnte ich von einer der Engländerinnen einen Bikini leihen. Wir konnten leider nicht in die Sauna gehen, weil an dem Tag nur Männersauna war. Wir entschieden uns in das normale Becken und das römische Becken zu gehen, gezahlt haben wir 8,50eu (ermäßigt). Anfangs haben wir uns sehr über diesen günstigen Preis gewundert, wenn man bedenkt, dass ein Thermenbesuch in Deutschland preislich bei 20eu angesiedelt ist.

Es handelt sich dabei um ein historisches denkmalgeschütztes Gebäude, welches um 1905 gebaut wurde. Der Besuch war tatsächlich eine wahrhaftige Reise in ein anderes Jahrhundert! Wir sind aus dem Staunen und Gucken gar nicht mehr rausgekommen. Alles war eben so alt, wie man es immer in den Filmen sieht. Meine Kamera hatte ich natürlich nicht dabei, iPhones haben wir leider auch im Wohnheim gelassen. Aber hier {klick} habe ich einen Blogbeitrag mit Fotos gefunden.

Das Personal vom Bad war leider nicht so freundlich. Das Gebäude sieht von innen aus wie ein ganz normales Wohnhaus, wir haben uns ständig verlaufen. Als wir endlich im römischen Bad angekommen bin, wurde ich erst einmal schräg angeguckt und abschätzig gefragt wie alt ich sei, haha. Danach wurden wir gefragt ob wir denn auch Seife zum Waschen dabei hätten und zwar alle Beide :-D! Auf dieser Ebene waren große Kabinen, in die wir reingehen wollten aber nicht durften. Wir mussten dann unsere Schuhe ausziehen und sind dann auf Socken nach oben gelaufen. Nach dem Ausziehen in den Kabinen ohne Vorhang, haha, haben wir uns in die weißen Leinentücher gewickelt. Oh man, das war alles ziemlich … akward, haha. Danach planschten wir etwas im Becken und gingen in die dortige Sauna. Wir haben noch einen kurzen Absacker in das große Becken gemacht, dort war es auch irgendwie gruselig und melanchonisch. Es war alles im einem eine sehr ungewöhnliche und unvergessliche Erfahrung.

Völlig erschöpft von den Impressionen sind wir wieder ins Wohnheim gedackelt, für’s Abendbrot hatten wir uns eigentlich Lachs und ein Baguette geholt, beschlossen aber in der hauseigenen Mensa zu dinieren. Da es schon ziemlich spät war, war das Essen dementsprechend schon Ewigkeiten rumgelegen. Ich hatte Rösti mit Salat und Bratensoße (Bild weiter oben). Weil das irgendwie nur semibefriedigend war, haben wir uns beim anschließenden DVD Abend noch alle möglichen Süßigkeiten und Chips reingestopft. Es war aber ein wirklich schöner Abend :-)! Ach und beim Essen habe ich noch ein deutsches Mädchen kennengelernt, das gerade bei Arte ein Praktikum macht. Sehr cool, ich liebe den Sender Arte!

Der nächste Tag bestand aus einer obligatorischen Fotosession, die Ergebnisse werdet ihr in einem späteren Beitrag zu sehen bekommen :-). Und dann ging es nach einem gemütlichen Frühstück (Schnittchen mit Lachs) im Bett los mit der Power-Hardcore-Sightseeing-Tour.

Wir steuerten zuerst den Place Broglie an, dort haben wir das Opernhaus betrachtet. Weiter ging es zum Place de la République, da findet man das Nationaltheater und die Universitätsbibliothek, letzteres wollten wir auch von innen angucken, aber leider waren wir außerhalb der Öffnungszeiten da. Weiter ging es zur Paulskirche (Église Saint-Paul), diese Kirche gefällt meiner Freundin Y. besser als die Strassburger Münster. Danach spazierten wir zum Endziel, nämlich das Europaparlament (Institutions Européennes), dem Europarat und dem Gerichtshof für Menschenrechte. Auf dem Rückweg bummelten wir noch in den Parc de l’Orangerie um die letzten Sonnenstrahlen einzufangen.

Für unser leibliches Wohl sorgte an dem Tag mittags ein Snack bestehend aus einer deftigen Waffel gefüllt mit drei verschiedenen Käsesorten und eine süße Waffel mit Maronenfüllung. Diese hat meine Freundin Y. wohl nicht ganz glücklich gestimmt, als ich am nächsten Tag wegfuhr, holte sie sich eine Waffel mit Nutella, haha. Abends hatten wir uns einen Tisch im „Le Thomasien“ reserviert, dort nutzten wir die in Straßbourg gern praktizierte Flammkuchenflatrate für 13eu. Diese lohnt sich nur bedingt, diese schlauen Füchse hauen soviel Sauerrahm auf den Flammkuchen, dass man nach einem doch ziemlich erschlagen ist. Mit Müh und Not konnte jede von uns 1,5 Stück essen, den Rest durften wir aber mit nach Hause nehmen. Ich hatte einen mit Lachs und einen mit Champignons und Münsterkäse, beides sehr köstlich. Wir haben uns zwischendurch immer wieder Mal einen Macaron in den ganzen Patisserien gekauft, diese waren auch echt fein & lecker. Einmal kaufte ich welche in einer Bäckereikette, die auch relativ günstig waren, diese schmeckten furchtbar. Also Finger weg!

Die letzte Attraktion des Samstags war der Besuch im historischen Museum (Musée historique de la ville de Strasbourg). Usprünglich wollte ich ins Museum für moderne und zeitgenössische Kunst (Musée d’Art Moderne et Contemporain), doch ein Lehrer (bzw. Kollege) von Y. hatte uns davon abgeraten. Auf jeden Fall fand ich das historische Museum klasse, der Eintritt lag bei 3,50eu (ermäßigt). Es gab einen Audio Guide auf deutsch, viele verschiedene Medien um sich Wissen anzueignen. Leider hatten wir nur noch eine knappe Stunde Zeit, sodass wir nicht alles genau angucken konnten. Als mich das letzte Mal ein Museum so von den Socken hauen konnte, war ich in Amsterdam, das Tropenhaus bleibt mein absoluter Favorit. Das Nationalmuseum in Seoul hat mich zum Beispiel überhaupt nicht interessiert, dafür war der Eintritt (soweit ich mich entsinne) frei.

Insgesamt war das echt ein toller Städtetrip, vorallem auch weil ich zu keiner typischen Touristen Hochsaison unterwegs war. Wir musste nirgends lange Anstehen oder uns durch irgendwelche Menschenmengen drängen, das habe ich so genossen! Schön ist auch zu spüren, wie ich mich langsam vom Fokus auf das Materielle abwende. Vor zwei Jahren in Paris wollte ich mich einfach nur bei Sephora zu Tode shoppen, wobei man auch anmerken muss, dass ich zuvor schon ein Mal in Paris war. Und dieses Mal wollte ich einfach nur Eindrücke sammeln, soviel wie möglich sehen und das Geld irgendwie „sinnhaftiger“ einsetzen. Es gab sehr viele Läden (unter anderem wieder Sephora oder Stradivarius), die es in der Region in der ich lebe, nicht gibt, dennoch verspürte ich keinen Reiz irgendwas davon haben zu müssen.

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6 Kommentare

  1. Strasbourg ist echt eine wunderschöne Stadt <3
    Ich bin total gerne da, weil ich die Atmosphäre dort liebe 🙂
    Deine Fotos sind auch toll, sieht nach einem gelungenen Tag aus!

    Ich finde deinen Blog echt schön! Würde mich freuen, wenn du auch bei mir vorbeischaust und wir uns gegenseitg folgen, um uns zu unterstützen <3

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.blogspot.de

  2. Ahhh, das freut mich! Ich finds immer richtig toll, wenn jemand meine Rezepte nachmacht (und sie hoffentlich auch geschmeckt haben :D)!
    Ich werde deinen Post dann auf jeden Fall in meinem nächsten Monatsrückblick verlinken!

    In Straßbourg war ich vor Ewigkeiten mal mit meiner Französischklasse und fand es auch echt schön dort! Wir hatten zwar eine wirklich grauenvolle Jugendherberge, aber die STadt and sich war klasse! 🙂

    Liebe Grüße & dir noch einen schönen Tag!

  3. Erst gestern kam ich auf die Idee, dass ich mal nach Straßburg möchte und dein Post hat mich in diesen Vorhaben nur bestärkt! Zum Glück hattest du dort deine Freundin, aber eine passende Unterkunft wird man bestimmt schon finden 🙂

    Solche Schickimicki-Läden erinnern mich auch an Vietnam! Zumindest an die Malls der Großstadt und ich muss da immer die Augen verdrehen. Aber jeder, wie er es mag, nicht?

    Alles Liebe <3

  4. Stasbourg ist so eine tolle Stadt! <3 :)…So Städtetrips sind schon immer was ganz besonderes, man bekommt so viel zu sehen und es macht einfach Spaß, sich durch die kleinen Läden zu shoppen^^ ;)…ich bin zur zeit in nem wellnesshotel brixen , also mal kein Städtestress, sondern einfach nur Entspannung, tut dann auch mal gut, aber der nächste Ausflug kommt bestimmt^^ ;)…Danke für diesen Beitrag und viele Grüße! Lena

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