never give it up

In meiner heutigen Gesprächsrunde möchte ich darüber reden, welchen Möglichkeitsraum wir haben um ein glücklicheres und zufriedeneres Leben zu führen. An manchen Tagen fühlen wir uns doof, weil nichts so läuft wie es eigentlich sollte. Dieser Zustand erstreckt sich manchmal sogar über einen längeren Zeitraum, das Leben verpasst uns (vermeintlich) einen Schlag ins Gesicht. Wir fühlen uns schwach und pessimistisch. Doch das muss nicht sein, ich möchte euch in diesem Beitrag ein paar Anreize geben schwierige Situationen und Krisen gut zu bewältigen. Sie helfen aber auch um mit einer positiven Einstellung durchs Leben zu gehen! Die Ansätze und Modelle, die ich als erstes kurz anreißen werde, habe ich im Studium kennengelernt. Im zweiten Teil erfahrt ihr von meinen persönlichen „Gute-Laune-Tipps„.

Sinn des Lebens

Das salutogenetische Erklärungsmodell (nach Aaron Antonovsky) dient in erster Linie der Krankheitsbewältigung, lässt sich aber meiner Meinung nach auch prima auf das ganze Leben übertragen.

‚Das Leben ist ein wilder Fluss. Leben heißt schwimmen lernen.‘

Antonovsky geht davon aus, dass das Leben aus Veränderungen besteht, nicht aus einem statischem Gleichgewicht aus dem man ‚fallen‘ kann. Krisen sind normal und können dank entsprechenden Ressourcen bewältigt werden. Ein Unterpunkt der Salutogenese ist der Sence of Coherence (SOC), dieses sogenannte Kohärenzgefühl ist kein Persönlichkeitsmerkmal und somit trainierbar/veränderbar. Der SOC beschreibt die Grundhaltung eines Menschen, dem Leben gegenüber.

Das Kohärenzgefühl setzt sich aus 3 Säulen zusammen:

Verstehbarkeit
Fähigkeit und Erwartung, dass Reize strukturiert, geordnet und in einem Sinnzusammenhang gebracht werden können.

Handhabbarkeit
Wahrnehmung, über die verfügbaren Ressourcen um Anforderungen zu begegnen. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Bedeutsamkeit
Ausmaß, in dem das Leben als sinnvoll empfunden wird. Das Gefühl von Herausforderung überwiegt das Gefühl von Last.

Ich finde es wirklich hilfreich regelmäßig an dieser Grundhaltung zu arbeiten, vorallem wenn einem das Gefühl überkommt, dass ein bestimmter Bereich im Leben gerade nicht so stabil ist. Der Mensch besitzt die Fähigkeit nahezu jede krisenhafte Situation zu bewältigen. Es liegt also in unserer Hand wie bewusst wir unser Leben führen, ich glaube sehr daran, dass das Leben sinnhaftig, bewältigbar und kostbar ist. Es geht darum die Balance aus negativ und positiv zu halten. Denn ich glaube, das Leben besteht in so vielen Bereichen aus Wechselwirkungen. Ist es nicht so, dass wir Liebe & Freude nur wahrnehmen können wenn wir Schmerz & Leid kennen?

Interessant an dieser Stelle ist auch der Ansatz des Capability-Approach (nach Amartya Sen). Hier steht die zentrale Frage im Vordergrund: was kann als ein gutes Lebens bezeichnet werden? Es geht vorrangig nicht um messbaren Wohlstand, sondern um die Frage nach den Möglichkeiten, Einfluss auf die eigene Lebenswirklichkeit nehmen zu können. An dieser Stelle mache ich allerdings einen Cut, da sich dieser Eintrag sonst den Rahmen sprengen würde, wer sich dafür interessiert kann sich ja in der einschlägigen Literatur einlesen.

Blüten im Frühling

Glücksboten im Alltag

Regelmäßiger Kontakt mit den Ankerpersonen
Es gibt doch kein besseres Balsam für die Seele, als sich von einer Person, die einem nahe steht, auffangen zu lassen! Oder allgemein am Leben einer Person teilzuhaben und umgekehrt. Mittlerweile bin ich kein Fan mehr von Whatsapp & Co.  Gesprächen im Minutentakt, ich glaube wirklich, dass die sozialen Netzwerke zwischenmenschliche Beziehungen gefährden oder sogar kaputt machen können. Schöner ist es doch sich in der Realität zu begegnen oder optional zu telefonieren, so hört man sich wenigstens noch.

Aktivitäten an der frischen Luft
Manchmal ist man faul und das ist auch absolut legitim. Auch an richtig gemütlichen „DVD Marathon im Bett“-Tagen gehe ich wenigstens für eine Runde auf den Inlinern oder einen Spaziergang nach draußen(Sofern es die Witterungsbedingungen zulassen). Die frische Luft tut einfach unheimlich gut und vermittelt ein positives Gefühl, wie ich finde.

Sich täglich eine Portion ‚Soulfood‘ gönnen
Seien wir ‚mal ehrlich – Eine handvoll Chips oder eine Rippe Schokolade bringen niemanden ins Grab. Es gibt nichts traurigeres als einen gequälten Mensch, der sich zwingt auf etwas, das ihm in Maßen, gut tut. Ich finde es wichtig sich diesen Luxus regelmäßig zu genehmigen. Denn dieser Genuss macht glücklich, also greift zu!

Gute Laune Musik hören
Hierfür braucht es gar keinen großen Worte. Wir wissen alle wie sehr Musik unsere Stimmung beeinflussen kann. Der Lieblingssong kann innerhalb weniger Minuten wahre Wunder bewirken und uns eine Portion Engergie, Inspiration und Mut geben, in Momenten wo wir diese Dinge verloren glaubten.

Sich über die ‚kleinen Dinge‘ des Lebens erfreuen
Auch mir fällt es an manchen Tagen sehr schwer etwas Positives aus dem Tag zu ziehen. Dennoch halte ich mir immer einen ganz banalen Fakt vor Augen, für den es sich an dem Tag gelohnt hat zu leben (überspitzt dargestellt). Sei es der erste Biss in das Schoko Croissant auf das ich den ganzen Tag Heißhunger hatte, ein Lächeln von einem fremden Menschen an mich, eine süße Naricht vom Objekt der Begierde, ein gefundenes 1 Cent Stück oder die Gewissheit, dass selbst der schlimmste Tag nur 24 Stunden hat.

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7 Kommentare

  1. Ein ausgesprochen toller Beitrag. Das hast du alles wirklich schön und verständlich formuliert und Zusammenhänge gut herausgearbeitet. Mehr solcher Beiträge würden mir gefallen. Werde mir über diese Theorien jetzt mehr Infos holen. Hast du vielleicht Bücher die du empfehlen kannst?

  2. Ein schöner Beitrag 🙂
    Gefällt mir sehr gut, vor allem, da es einfach mal was Anderes ist 😉

    Liebe Grüße ♥

  3. Vielen Dank für den tollen Post x3
    Irgendwie habe ich das jetzt gebraucht, da mich in letzter Zeit wieder sehr oft das Gefühl packt, nicht genug zu tun oder nicht weit genug im Leben zu sein. :/

    Es ist tatächlich so, dass man wissen muss was für einen ein gutes Leben bedeutet.

    Danke x3

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